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INFORMATIONSBROSCHÜRE 27 Seit 2001 führt die traditionsreiche Behörde den Namen „Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie“. Sein heutiger Verwaltungsbezirk umfasst das Land Niedersachsen, das Land Schleswig Holstein und die Hansestädte Hamburg und Bremen. Hauptflur und Treppenhaus des Amtshauses haben große, eindrucksvolle Raumverhältnisse. Den großen Sitzungssaal schmückt ein barockes Deckengemälde mit dem Namenszug des Königs Georg III. Der schmiedeeiserne Balkon über dem Haupteingang trägt die Krone und den Namenszug desselben Königs. In diesem Haus stiegen der König oder seine Minister ab, wenn sie den Harz besuchten. Bei festlichen Anlässen nahm der Berghauptmann oder sein ranghöchster Gast vom Balkon des Hauses aus in den Abendstunden die bergmännische Aufwartung im Scheine der Grubenlichter der Berg- leute und der Fackeln der Hüttenleute als besondere Ehrung entgegen. In neuester Zeit hat der Gebäudekomplex in Ergänzung zu dem althannoverschen und dem preußischen Gebäudeteil noch eine Ergänzung gefunden. Im Garten des „Oberbergamtes” wurde von dem Architekturbüro Gerkhan ein modernes, funktionales Archivgebäude für das wertvolle Bergamtsarchiv gebaut. Goldene Krone Auf Veranlassung der Berghauptmannschaft errichtete die Bergstadt Clausthal im Jahre 1690 ein Gästehaus zur Unterbringung der vielen Besucher des Oberharzer Bergbaus. Auch Heinrich Heine logierte bei seiner Harzreise in der „Goldenen Krone“ und setzte dem Haus literarisch ein Denkmal. Nach einer wechselhaften Geschichte befindet sich das Gebäude heute in Privatbesitz und wird wieder als Hotel und Restaurant betrieben. Oberharzer Bergwerksmuseum Das bereits 1892 gegründete Museum ist das älteste und bedeutendste Bergwerksmuseum Niedersachsens. Im Stadtteil Zellerfeld gelegen, vermittelt es jährlich rund 60.000 Besuchern einen geschlossenen Überblick über die Entwicklung des Oberharzer Bergbaus und die Kultur der Bevölkerung vom Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts. Das Schaubergwerk mit einem etwa 250 m langen Besucherstollen und originalen Bergwerksgebäuden im Freigelände, unter ihnen der einzige erhaltene Pferdegaipel in der Bundesrepublik, die einzige Erzaufbereitung mit einem Pochwerk und das Schachtgebäude aus dem Jahre 1787, sind eindrucksvolle Zeugen der Bergbaugeschichte. Die bergbau und kulturkundliche Sammlung in 26 Schauräumen des Hauptgebäudes mit der berühmten Modellsammlung, umfangreichen Mineralien- und Münzsammlungen, einer Spezialsammlung von Grubenlampen, bergmännischem Gezähe und Zeugnissen der Wohnkultur vervollständigen das Bild einer Bevölkerung, deren alleinige Lebensgrundlage über Jahrhunderte der Erzbergbau gewesen ist. Zum Museum gehört der unter Denkmalschutz stehende Ottiliae-Schacht mit dem ältesten erhaltenen stählernen Fördergerüst Mitteleuropas, der wieder in Betrieb gesetzten Fördermaschine und zahlreichen Bergbaumaschinen, die die Techniken im Bergbau von etwa 1880 bis zur Gegenwart dokumentieren. Die wissenschaftliche Bibliothek des Museums, die „Harzbibliothek“ enthält ca. 5.000 Schriften und Bücher, darunter seltene Ausgaben über den Harz und den Bergbau. Das Museum ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Ottiliae Schacht kann nach Voranmeldung besichtigt werden, und die Harzbibliothek steht nach Anmeldung für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung. UNESCO-Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft Im Harz sind die Zeichen des historischen Bergbaus allgegenwärtig. Ohne eine intensive Wasserwirtschaft ist der Harzer Bergbau aber nicht denkbar. Rund um Clausthal-Zellerfeld, Hahnen- klee und St. Andreasberg sind seit 1530 die Anlagen des Weltkulturerbes „Oberharzer Wasserregal“ entstanden, in ihrer Gesamtheit einmalig in Mitteleuropa. Das Oberharzer Wasserregal stellt ein vernetztes System von ca. 70 km Gräben, 66 Teichen und 20 km unterirdischen Wasserläufen dar. Hiermit wurde das Wasser „gefangen“, transportiert und gespeichert, um z.B. Wasserräder zum Heben von Lasten und Pumpanlagen zu betreiben. Die Harzwasserwerke erhalten und pflegen das Kulturdenkmal Oberharzer Wasserregal mit hohem Aufwand. Eine Ausstellung darüber und originalgetreue Nachbildungen von Wasserrädern befinden sich auf dem Gelände und in der ehemaligen Kaue des Kaiser-Wilhelm-Schachtes. Hotel „Goldene Krone“


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