Persoenlichkeiten des Oberharzes

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12 Persönlichkeiten des Oberharzes Der Oberharz hat eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten hervorgebracht. Daneben haben bedeutende Persönlichkeiten mehr oder weniger lange Zeit im Oberharz gewirkt und die Kultur-, Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte der Region geprägt. Sie alle aufzuzählen wäre hier nicht möglich. Doch einige Namen sind heute noch so gegenwärtig, dass diese Persönlichkeiten hier kurz vorgestellt werden sollen. Robert Koch Am 11. Dezember 1843 wurde Ro- bert Koch, der berühmte Mediziner und Bakteriologe, als Sohn des Berg- rats Hermann Koch in der Bergstadt Clausthal geboren. Nach dem Besuch des hiesigen Gymnasiums und dem Studium in Göttingen wurde er Arzt in Langenhagen bei Hannover, und 1872 Kreisarzt in Wollstein, wo er 1876 die Lebensweise des Milzbrandbazillus aufklärte und ihn als Erreger der Krankheit nachwies. 1882 entdeckte er die Tuberkulosebakterien und 1883 die Choleraerreger. 1885 wurde Robert Koch Professor und von 1891 bis 1901 Leiter des Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin (Robert-Koch-Institut). 1905 erhielt er den Nobelpreis für Medizin. Am 27. Mai 1910 verstarb er im 67. Lebensjahr in Baden-Baden. Seine Vaterstadt Clausthal würdigte Robert Koch mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Sein Geburtshaus (Osteröder Straße 13) und sein Elternhaus (Kronenplatz 12) sind gekennzeichnet. Zur Förderung von medizinischen und biomedizinischen Forschungsarbeiten wird alle 2 Jahre der Robert-Koch-Förderpreis im Namen der Stadt verliehen. Adolph Roemer Bergrat Friedrich Adolph Roemer, geboren 1809, verstorben 1869, war von 1853 bis 1867 Direktor der damaligen Bergschule, die während seiner Amtszeit in „Bergakademie“ umbenannt wurde und heute die Technische Universität Clausthal ist. Adolph Roemers Schüler errichteten 1882 ihm zu Ehren ein Denkmal, das heute zwischen der Marktkirche „Zum Heiligen Geist“ und dem Rathaus steht. Außerdem wurde die Hauptstraße Clausthals nach ihm benannt. Oberbergrat Albert Wilhelm August Julius Albert, Oberbergrat und von 1836 bis 1846 oberster Leiter des Harzer Bergbaus, hat dem Bergwerksbetrieb unschätzbare Dienste geleistet. Im Jahre 1834 erfand er das Drahtseil. Diese Erfindung war für den Bergbau in aller Welt von großem Wert. Uneigennützig überließ er seine Erfindung der allgemeinen Benutzung. Ihm zu Ehren erhielt die ehemalige Berufsschule in Clausthal-Zellerfeld den Namen „Oberbergrat-Albert-Schule“. Caspar Calvör – Henning Calvör Caspar Calvör war einer der bedeutendsten Kirchenmänner des 18. Jahrhunderts in Niedersachsen. Am 8. Mai 1650 wurde er in Hildesheim geboren und verstarb am 11. Mai 1725 als Generalsuperintendent des Fürstentums Grubenhagen in Clausthal. In seine Zellerfelder Amtszeit fällt der Wiederaufbau der bei dem großen Brand im Jahr 1672 völlig zerstörten St. Salvatoris-Kirche. Bereits 1683 wurde er zum Superintendenten des Kommunion Oberharzes, also der Kirchengemeinden Zellerfeld, Wildemann, Grund und Lautenthal berufen. Von 1694 bis 1698 wuchs der spätere Komponist Georg Philipp Telemann in seinem Haushalt auf. 1710 nahm er in Clausthal die Stelle des Generalsuperintendenten für das Fürstentum Grubenhagen an. Von großem Wert ist Caspar Calvörs umfangreiche Bibliothek, die er der Zellerfelder Kirchengemeinde vermachte. Diese Büchersammlung besteht aus etwa 4.400 Bänden mit fast 12.000 Einzelschriften. Sie enthält nur zur Hälfte theologische Schriften. Der andere Teil setzt sich zusammen aus historischen, juristischen, literarischen, philosophischen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und geographischen Büchern. Unter den Handschriften der Bibliothek ist eine Sammlung der Tischreden Martin Luthers, die weitaus wichtigste und von unschätzbarem Wert. Die Bibliothek befindet sich seit 1963 im Gebäude der Universitätsbibliothek Clausthal. Caspar Calvör war auch der geistige „Ziehvater“ seines jüngeren Namensvetters Henning Calvör, der einige Jahre in seinem Haushalt aufwuchs. Henning Calvör war als Pädagoge und Schulleiter in Clausthal, später als Pastor in Altenau, tätig. Er war der Verfasser einer Reihe bedeutender montanwissenschaftlicher Schriften.


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